1 Erste Phase - Diagnose2 Zweite Phase - Therapie

Verwartete Lebenszeit. Oder: Warten, bis der Arzt kommt

“Wie lange warten Sie denn schon?

Wie lange warten Sie denn schon? Ach, nur zwei Stunden, das geht ja.”

Wie oft habe ich das schon gehört oder mich sagen hören. Ich meine damit nicht die üblichen Arztbesuche bei einem niedergelassenen Arzt, sagen wir einem Internisten. Nein, ich meine die in einer Klinik, die in einer onkologischen Klinik oder am Allerschlimmsten die Wartezeiten in einer Augenklinik.

Ich komme da jedes Mal auf mindestens vier bis fünf Stunden. Meine An- und Abfahrt kommen da noch on topp. Also ein ganzer Arbeitstag, wenn man so will.

Ich sage es ja immer wieder, Patient-Sein ist auch ein Beruf, hoffentlich nur projektbezogen und nicht in Vollzeit.

Projekt Arzttermin

Sehr früh habe ich mir abgewöhnt irgendetwas anderes an diesem Tag zu planen. Nur für den Hintergrund: meine Check-up Situation nach meiner Stammzellentransplantation sieht so aus, dass ich alle vier bis sechs Wochen zur Nachsorge in die Charité fahre. Das ist ein immer wiederkehrendes Projekt in meinem Leben.

Ohne Vorbereitung läuft da gar nichts.
1. Welche Fragen habe ich an meinen Arzt?
2. Welche Medikamente benötige ich? (Meine Tabletten-Inventur mache ich immer zwei Tage vorher)
3. Habe ich Befunde von anderen Fachärzten, die ich mitbringen sollte?
Und
4.: Was nehme ich für die Wartezeiten mit?

Verwartete Lebenszeit

Wenn ich mal überschlage, was ich schon alles an Lebenszeit verwartet habe, komme ich pro Jahr im Schnitt locker auf 80 Stunden. Damit das nicht alles leere ungenutzte Zeiten sind, habe ich mir angewöhnt mich gründlich zu wappnen – inklusive Sitzkissen, dass bei mir (kleiner Praxistipp) durch eine Push-up Unterhose ersetzt wird und somit auch nie vergessen werden kann. Die Metallstühle sind vielleicht pflegeleicht, aber sehr hart.

Ich packe mir eine Art Picknickkorb mit allem Pipapo. In meinen ambulanten Therapie-Zeiten habe ich mir große Gläser mit Grießbrei, eingelegtem Obst und selbstgemachter Erdbeersauce oder Salat inklusive Dressing zurecht gemacht. Außerdem hatte ich eigene Tütchen löslichen Kaffees dabei und natürlich die obligatorische Trinkflasche mit Tee oder Saft. Nüsschen respektive Studentenfutter und Banannen kann ich auch sehr empfehlen.

Fuß im Bild – oder der Blick auf die Wand

Auf Instagram fiel mir auf, wie viele aus der Cancer-Community ihre Wartezeiten oder Sitz-Situationen fotografieren. Da sind meist Sneaker, Flip-Flops, Sandalen, Boots, Stiefeletten und behoste oder berockte Beine im Bild. Große oder mittelgroße Taschen mit leckeren Dingen und einer Sammlung von Papieren.

Gegenüber der Sitzposition des oder der Watenden ein ebenfalls gerne eingefangenes Motiv: Die weiße, kahle Wand oder schreckliche Bilder aus dem medizinischen Alltag, die wie zufällig da rumhängen und aber auch so gar nichts für ein gutes Gefühl tun.
Machmal guckst du aber auch nur auf einen einsame Hacken. Das, was da mal hing, hängt da schon lange nicht mehr. Wie traurig, ein stolzer Hacken ohne Funktion. Wie der sich wohl fühlt?

Okay, ich schweife ab.

Was ich sagen möchte: Ein Konzept kann ich dahinter, der Raumausstattung oder -gestaltung, selten erkennen. Wenn doch, ist es ein sehr schlechtes und hat mit Wohlfühlen und (Warte-)Ästhetik wenig bis gar nichts zu tun. 

“Sie müssen jetzt ganz viel Geduld haben.”

Warum fällt es uns aber so schwer diese Wartezeiten auszuhalten und wie ist das mit der Geduld, in der wir uns üben sollen.

Krebspatienten hören früh den folgenden Satz: “Sie müssen jetzt ganz viel Geduld haben.” Das mag sein. Auf die Dauer hat er allerdings, wie ich gerne sage, einen abnehmenden Grenznutzen. Schon allein das Wort Geduld machte mich schnell und mit schöner Regelmäßigkeit fusselig.

Das geht den meisten an Krebs erkrankten Menschen so. Wie auf Kommando verdrehten meine Zimmergenossinen und ich die Augen oder winkten innerlich ab, wenn dieses Wort fiel.
Hätte es die Wahl für das Patienten-Unwort des Jahres gegeben, würde diese Wörtchen die „Dauernummereins“ sein, garantiert.

Zur Absicherung dieser These mache ich gerne mal eine Umfrage, wer den „proof of concept“ benötigt.

„Bist du geduldiger geworden?“

Was ich auch häufig gehört habe, ist diese Frage hier: Du bist doch sicher geduldiger geworden, nach deiner Diagnose, oder?

Nee, bin ich nicht.  Oder ich sage mal so, ich sehe das differenzierter. Dinge die außerhalb meines Einflussbereiches liegen, lassen mich ungeduldsmäßig kalt. Wie zum Beispiel ein Stau oder eine alte Dame, die alle an der Kasse aufhält, weil sie das Kleingeld zählt. Gerade bei dem letzten Beispiel habe ich viel Zeit.

Wenn es aber um meine eigenen Projekte geht oder Ämter und Versicherungen nicht antworten, bin ich noch ungeduldiger geworden. Ich weiß eben, das Zeit ein sehr kostbares Gut ist.

Andererseits weiß ich auch, dass Haare nicht schneller wachsen, wenn man daran zieht. Das pflegte meine Großmutter immer zu sagen. Und was haben Großmütter meistens? Recht. Daher habe ich mir angewöhnt schön und tief duchzuatmen, wenn die Ungeduld mal wieder zu übermächtig wird.

Haben wir das Warten verlernt?

Eine Frage, die ich mir in letzter Zeit immer häufiger stelle und meist mit Ja beantworte. Alles muss immer auf den Punkt sein. E-Mails müssen pronto beantwortet werden, der Lieferdienst soll pünktlich mit der Pizza kommen – fünf Minuten später und es gibt eine schlechte Bewertung.

Wenn wir etwas Spezielleres brauchen, kaufen wir bei Amazon und suchen nicht lange in Geschäften, zu denen wir wohlmöglich auch noch das Haus verlassen müssen. Wie umständlich. Lieber bestellen und bei Nichtgefallen zurückschicken.

„Ihr habt die Uhr, wir haben die Zeit.“

In jeder freien Minute zücken wir unser Handy, scrollen durch Reels auf Instgram und TikTok, laden uns Filme und Podcasts oder eine Playlist runter für den Weg nach xyz oder eben im Wartezimmer.

Jeder noch so kleine Zeitraum wird bitte sinnvoll genutzt.

Wir optimieren uns ständig und nutzen sogar Apps dafür. Bei der Recherche zu diesem Beitrag fand ich einen schönen Sinnspruch aus Afrika: „Ihr habt die Uhr, wir haben die Zeit.

Das individuelle „Warten-Können“ wird anscheinend auch von verschiedenen „Zeit-Kulturen“ beeinflusst.

Wer den Marshmallow-Test aus den Jahren 1968 – 1974 von Walter Mischel (* 22. Februar 1930 in Wien; † 12. September 2018 in New York City, US-amerikanischer Persönlichkeitspsychologe) hierzu noch nicht kennt, sei dieser Link empfohlen: https://lexikon.stangl.eu/3697/marshmallow-test.

Da geht es ganz kurz gefasst um Impulskontrolle und Belohnungsaufschub bei vierjährigen Kindern und Beobchtungen zu deren späterer schulischer und beruflicher Entwicklung.
Spoiler: Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Wartenkönnen und schulischem Erfolg, außerdem der Verarbeitung von Rückschlägen. Alle die Kinder, die diese Fähigkeiten hatten, waren sowohl geradliniger und erfolgreicher im Studium und Beruf, als auch resilienter.

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Briten und Rheinländer

Lustigerweise musste ich da gleich an die Erfinder der Warteschlange, die Briten denken. Wie ist es denn dort um die Einstellung zum Warten bestellt?  Gibt es dazu auch Studien? Würde mich mal interessieren.

Was allerdings auch noch hierhin gehört, ist der Aspekt der Verlässichkeit. Wer häufig erlebt hat, das Versprechen eingehalten wurden, kann besser warten. Er oder sie, weiß, dass sich das Warten lohnt.

Mein Sohn sagte einmal zu meinem Mann, da war er fünf Jahre alt: „Papa, g l e i c h  ist mir zu spät!“ Rheinländer verstehen sicher was gemeint ist. Auch hier haben wir es mit einem völlig anderen Zeitverständnis zu tun. Aha, Berliner ticken also anders als Rheinländer.

Geduld haben und Warten gehören immer zusammen

Jüngst las ich: Geduldige Menschen sind gesünder. Schön und gut. Was aber wenn kranke Menschen geduldig werden, werden die dann wieder gesund?

Okay, das ist Polemik, daher jetzt mal ernsthaft.

Worauf fußt diese Erkenntnis?

Ungeduld ist, wie es Prof. Dr. Matthias Sutter, Wirtschaftswissenschaftler und eine Koryphäe in Sachen Geduldsforschung formulierte, ein menschliches Dilemma, nämlich Gegenwart versus Zukunft.

Wenn du nicht weißt, was dich erwartet

Am schlimmsten wird das Warten immer dann empfunden, wenn man nicht weiß, was passieren wird und dazu noch nichts Gutes erwartet wird. Das kann das Ergebnis einer Untersuchung, aber auch der Termin beim Chef sein, der bei uns üblicherweise im Betreff „diverses“ hieß.

In solchen Momenten ist es wichtig, uns an unsere Unterstützungssysteme zu wenden und Strategien zu entwickeln, um mit unseren Ängsten und Unsicherheiten umzugehen. Indem wir uns auf unsere innere Stärke und unsere Beziehungen zu anderen verlassen, können wir lernen, uns durch diese schwierige Zeit des Wartens zu navigieren.

Auch der Blick auf die Uhr macht es nicht leichter. Um 7:15 Uhr denkst du, gleich kommt die Visite, dann weiß ich Bescheid, dann kann ich die Ärztin fragen, dann zeigen sie mir die Ergebnisse des MRT. Gefühlte drei Stunden später ist es 7:22 Uhr und noch mal sechs Stunden später 7:34 Uhr. Die Zeit will einfach nicht vergehen. Schrecklich ist das.

Die eindringliche Beschreibung über eben dieses Zeitempfinden, habe ich mir hier mal kurz von Arno Luik geborgt. Er schreibt dies so ähnlich bezogen auf seine angstvollen Nächte, die einfach nicht vergehen wollen.

Meine Rezension zu diesem lesenswerten Werk „Rauhnächte“, in dem der Autor ab der Zeit seiner Darmkrebsdiagnose über vier Monate Tagebuch führt, findest du hier. „Plötzlich befand ich mich in der allerblödesten Konferenz, der Tumorkonferenz.“ – Zellenkarussell

Vorteile des Wartens

Beim Warten befinden wir uns in einer Art Zwischenzustand, in dem wir uns auf etwas vorbereiten oder auf etwas einstellen. In diesem Zustand können wir unsere Gedanken sammeln, uns reflektieren und uns im Zweifel sogar besser kennenlernen. Denn das ist das, was mich die Erkankung tatsächlich gelehrt hat: Ich halte es gut mit mir aus, viel besser als vorher.

Auch meine Wünsche und Ziele habe ich klarer im Blick.

Warten kann einen befreienden Denkprozesse in Gang bringen.

Was hat den Dankbarkeit mit Geduld zu tun?

Laut Sutter ist Geduld ein Gemisch aus Selbstkontrolle, Frustrationstoleranz und Ausdauer.

Studien belegen, dass Menschen, die Dankbarkeit empfinden, am besten abwarten können.

Ungeduld ist eher von unseren eigenen Erwartungen gesteuert, als vom Verhalten anderer. Daher sollten wir versuchen, die eigene Einstellung gegenüber Unbehagen zu verbessern.

Vielleicht hilft es, sich zu sagen: „Das hier ist zwar ziemlich unbequem, aber tolerierbar, weil mir geholfen wird.“ Was dabei absolut ungeeignet ist und die Frustrationstolleranz nach unten schnellen lässt, sind Aussagen wie: „Das geht ja wieder total langsam hier. Oder die Organisation ist so schlecht, beim letzten Mal habe ich sogar vier Stunden warten müssen.”  Diese Selbstgespräche, die wir so leidenschaftlich führen, sollten wir ausschalten, sobald wir gezwungen sind zu warten.

„Wir sollten aufhören, uns einzureden, wie falsch das hier alles ist, wie unrecht die anderen uns tun – dann können wir das Gefühl auch loslassen.“, so seine Empfehlung.

Mein Game-Changer

Genau das habe ich gestern trainieren dürfen. Ich befand mich in der vierten Wartestunde in der Augenklinik der Charité, andere Mitwartende anscheinend mindestens auch oder länger. Eine Dame führte offensichtlich das „Warte-Ranking“ an. Lautstark beschallte sie den stuhlbereiten und vollbesetzten Flur: „Ich warte schon seit heute morgen um 10 Uhr.“ Uhrenvergleich: es war 16 Uhr. Ja, das war lange, in der Tat. 

Da ich die Sätze von Sutter „dabei“ hatte, hörte ich mich ganz ruhig zu jener Patientin sagen:

„Zugegeben, das ist eine lange Zeit. Das passiert häufig, lamentieren hilft da wenig.

Ich nehme sie allerdings gerne in Kauf, die Wartezeit, weil ich weiß, dass sich die Ärztin auch für mich Zeit nimmt, hier außerdem die besten Augenärzte von Berlin arbeiten und mir – das ist für mich das Allerwichtigiste – gleich geholfen wird.

Haben Sie übrigens mitbekommen, das allein in den vier Stunden, in denen ich hier mit Ihnen warte, fünf Notfälle reingekommen sind.“

Abgesehen davon haben wir leider immer noch Pfegenotstand und daran wird sich in absehbarer Zeit nicht viel ändern. Das habe ich allerdings ausgespart. Ich fürchte, das wäre sonst zu viel gewesen.

Wow, was für ein Gamechanger!

Ich war selbst ganz begeistert von dem Effekt. Die Patientin verstummte und die anderen nickten nachdenklich.

Kleiner Tipp: Als ich das letzte Mal so lange gewartet hatte, wie die beschriebene Patientin, habe ich beschlossen mir nur noch Termine ab 13 / 14 Uhr geben zu lassen, niemals morgens. Die Ambulanzen schließen meist um 18 Uhr. Länger als fünf Stunden kann es also nicht dauern. sic!

Warteräume sind Kontrollräume

„Der Ablauf des Wartens ist ganz offenkundig dann sozial bestimmt, wenn wir zusammen mit anderen Menschen warten. In der Arztpraxis, am Bahnsteig, an der Bushaltestelle, all das sind gesellschaftliche Warteräume, die sich üblicherweise durch ein hohes Maß an Kontrolle auszeichnen.

Wir fühlen uns an solchen Orten besonders beobachtet und deswegen auch meist recht unwohl, und es gibt in solchen Situationen des gemeinsamen Wartens unausgesprochene Regeln, die aber dennoch sehr wirksam sind.“

So sieht es der Soziologe Dr. Andreas Göttlich, der an der Universität Konstanz das DFG-Projekt: „Warten – Zur Erforschung eines sozialen Alltagsphänomens“, leitet.

Bürokratie und Hierarchie – Warten und Warten lassen

Die Wartezeiten in der Gesellschaft steigen, je größer der Grad der Bürokratisierung ist. Das kennen wir alle von Ämtern.

Interessant fand ich daher folgende Konklusio aus einem Hörfunkbeitrag:

„Oft gehen Bürokratie und Hierarchie Hand in Hand: Viele Verwaltungsakte sind so aufgeteilt, dass man selbst bei geringerem Andrang doch mehrmals anstehen, Zeit opfern muss.

Warten und Warten lassen – als sozialer Akt ist es eine Form von Machtausübung: Wer über die Zeit des anderen verfügen kann, demonstriert seine Wichtigkeit oder aber Gleichgültigkeit, vielleicht gar Verachtung für den Wartenden.“

Warten und Gerechtigkeit

Und weiter: „Das Warten spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die soziale Gerechtigkeit, denn es entscheidet darüber, wann wir soziale Ressourcen zugeteilt bekommen.“

In diesem Kontext muss daher auch das Wörtchen „Privatpatient“ fallen. Es fühlt sich einfach nicht gut an, wenn „Herr oder Frau Privatpatient“ demonstartiv an der Warteschlange der Kassenpatienten vorbeigeschleust wird.

Meine Bitte an dieser Stelle: Wenn es denn schon so ist, so sein soll, dann nicht so offenkundig.

Psychologisch betrachtet sieht das so aus: Je negativer das Warten in der Gesellschaft bewertet wird, desto mehr kann man dadurch soziales Prestige demonstrieren, wenn man eben nicht warten muss, oder wenn man andere Personen warten lassen kann.

Viel Unmut in den deutschen Wartezimmer entsteht genau aus diesem Gefühl.

Die Dynamik der Verwertungslogik

Kurz mal wieder raus aus dem Wartezimmer und rein ins Leben, jenseits von Wartemarken und Tristesse.

Als es das Wort Achtsamkeit noch nicht gab, gab es die „Muße“ und meinte, wie im Grimmschen Wörterbuch nachzulesen ist, das „Fernsein von Geschäften oder Abhaltungen“.

Heute muss alles einer gewissen Verwertungslogik folgen, einem Plan, einem Konzept oder doch zumindest in irgendeiner Weise Sinn ergeben. Langeweile haben, Stunden lang an die Decke gucken und einfach nur sein, das geht gar nicht.

Unter uns gesagt, ist genau das eine Sache, die ich als Jugendliche sehr gerne und ausdauernd gemacht habe. Einfach meinen Gedanken nachhängen oder wie Loriot es so schön sagte: „Ich denke einfach nichts.“

Angeregt durch die Beschäftigung mit der Wartethematik habe ich vor kurzem auf einer Fahrt ins Berliner Umland mit der S-Bahn etwas völlig verrücktes gemacht:

Ich habe mein Handy nicht angetastet, ich habe es links liegen lassen und einfach aus dem Fenster geschaut, die vorbeiziehende Landschaft mitfahren lassen. Das Grün genossen, die Weite (ich sagte Umland) und die Felder. In angenehmem Reisetempo flogen die Eindrücke an mir vorbei und meine Gedanken mit ihnen.

Fast 45 Minuten. Das war lang. Sehr lang.

Das war sehr wohltuend.

Das werde ich demnächst häufiger tun.

Das mit dem Handy und das mit dem einfach mal schauen, was sonst noch um mich rum geschieht.

Ich bin sehr froh, dass ich dem Warten meine Zeit gewidmet habe. Und nehme diese vier Erkenntnisse mit, bevor ich meine „Werkbank“ hier verlasse:

1. Mehr Dankbarkeit üben.
2. Keine Selbstgespräche mehr über das zu lange Warten.
3. Verlässlichkeit, des „Mir-wird-geholfen-werdens“ erinnern.

und

4. Mehr „Muße“ und weniger Optimierung. Kurz: Öfter mal Flugmodus an.

Was ist es bei dir?

Schicke mir gerne deine Wartezimmerbilder. Bin gespannt. schreibnella@zellenkarussell.de

Und: Danke an alle, die mir ihre Wartezimmerbilder geschickt haben. Danke an Jessy, Britta, Michaela und Carmen.

Links und Quellen:


Mein Artikel auf DocCheck: Warten, bis der Arzt kommt – DocCheck

Podcast: Geduld üben: Ich lerne das Warten | MDR.DE

Arno Luik: „Plötzlich befand ich mich in der allerblödesten Konferenz, der Tumorkonferenz.“ – Zellenkarussell

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