Du brauchst – Andere Ernährung

Vorwort

Meine Freundin fuhr vor und hupte fröhlich, wie sie es immer tut, energiegeladen wie sie nun mal ist. Ich stand wartend vor unserem Haus, sie stoppte ruckartig auf meiner Höhe und warf mir die Beifahrertür auf. Typisch Kati. Kaum saß ich, fuhr sie auch schon los und warf mir ein Buch auf den Schoß. „Schau mal, habe ich für dich entdeckt.“ Auf dem Cover stand in Großbuchstaben: Ernährung bei Krebs! Meine gute Laune war wie ausgeknipst.

Dumm gelaufen

Gut, seit drei Wochen hatte ich nun die Diagnose Non-Hodgkin-Lymphom, das war für uns alle Neuland. Außerdem gehört meine Freundin eindeutig zu den Macherinnen und „Problemlösermenschen“. Das liebe und schätze ich auch sehr an ihr. Sie ist überhaupt nicht das Modell: „Kann man ja mal irgendwann machen …“ Mit der Auswahl des Buches hatte sie bei mir allerdings alle Fluchtinstinkte in Alarmbereitschaft versetzt. So ein Kompendium wollte ich nicht besitzen! Mich machte der Titel schon fertig.

Da sie natürlich das Entgleiten meiner Gesichtszüge bemerkt hatte, fragte sie ein wenig kleinlaut: „War wohl nicht meine beste Idee, oder?“ „Nicht wirklich, Süße. Natürlich verstehe ich deinen Gedankengang, aber für mich ist das nichts.“ Das Buch ist nie wieder aufgetaucht und gehörte eher in die Kategorie: Gut gemeint, aber dumm gelaufen.

Untergewicht, ich?

Wie wichtig und wie groß das Thema Essen werden sollte, habe ich später leidvoll erfahren müssen. In meiner schlimmsten Phase wog ich satte 55 Kilo, wohlgemerkt bei einer Körpergröße von 182 cm. Mein BMI (Body-Mass-Index) lag laut Tabelle bei 16.6. „Normal“ ist ein BMI zwischen 18.5 und 24.9 für Erwachsene über 20 Jahren. Fazit: Untergewicht. Das war ein Wort, das bisher nicht in meinem privaten Sprachgebrauch aufgetaucht war. Mit mir zu tun hatte es gleich gar nichts. So überhaupt nichts.

Der Gang auf die Waage machte mir Angst, ich wagte kaum auf die Anzeige zu schauen. Vor der Diagnose war ich das, was man einen Genussmenschen nennt. Essen machte mich glücklich. Vor allem Gutes Essen. Und ganz ehrlich: Ich gehörte nicht zu der weiblichen Fraktion, die sich einen kleinen Salatteller bestellt, davon nur den halben weggabelt und dann noch stöhnt: „Schatz, iss du den Rest, mehr schaffe ich wirklich nicht.“ Das war mir völlig fremd und unbegreiflich. Immer schon.

Wenn Essen zum Stresserlebnis wird

Damit ich etwas auf die Rippen bekam, musste ich anders essen lernen. Das war nicht einfach. Denn Vieles von dem, was ich vorher so gerne gegessen hatte, schmeckte mir einfach nicht mehr. Große Portionen gehörten der Vergangenheit an. Ich aß eher wie ein Vögelchen. Mein Appetit war im Keller. Die Klamotten schlabberten und die Panik wuchs. Stress pur.

Ich hätte mir nie träumen lassen, wie schwierig es ist, zuzunehmen. Schlimmer noch: zunehmen zu müssen.

Umstellung ist die neue (Ernährungs)Einstellung

Also musste ich umdenken.
Hier nun meine sehr persönlichen „Top 5 der neuen Ernährung“.

Ich hoffe, für dich ist auch etwas dabei, was dir zusagt und du für dich umsetzen kannst. Und: wenn du einen Tipp hast, schreibe mir gerne, ich werde versuchen, ihn hier aufzunehmen (schreibnella@zellenkarussell.de).

Anders essen lernen

Mini-Mixer und Smoothie-Maker in einem. Mein Favorit unter den Mini-Mixern und vor allem platzsparend – einfach superpraktisch:

Die Grundausstattung. Preis: ab ca. EUR 36,00 – auf Angebote achten! Mit mehr Zubehör – auch klasse! Preis: ab ca. EUR 65,00 – auf Angebote achten! Zwei kleine (300 ml) Extra-Flaschen Preis: ab ca. EUR 11,00. Und hier noch ein paar Smoothie-Rezepte, Preis ab ca. EUR 8,00.

Umstellung Nummer 2

Hochkalorisch ist Trumpf! Meine Wahl: Fresubin auf Rezept. Wer zunehmen muss, für den gibt es auch die sogenannte hochkalorische Ernährung.

Ich habe mich damit erst ziemlich schwer getan, mich dann aber doch für Fresubin entschieden. Meiner Erfahrung nach ergibt es Sinn, sich beispielsweise 10 x 4 (200 ml/400 KCal) vom Arzt/von der Ärztin – diese/n natürlich auch unbedingt dazu fragen – rezeptieren zu lassen mit dem Vermerk: Geschmacksrichtung nach Wahl.

Umstellung Nummer 1

Am Liebsten flüssig! Smoothies waren in meinem Ernährungsplan der Renner – bloß nicht zu dickflüssig zubereiten. Feste Mahlzeiten habe ich oft nicht gut runterbekommen und das ist natürlich auf Dauer nicht günstig für das Körpergewicht und vor allem für die Muskelmasse. Letztere baut sich leider sehr schnell ab.

Denn für mich kamen hauptsächlich Cappuccino, Schokolade und Blaubeere (passt auch gut als Ergänzung im Quark) in Frage. Unbedingt gekühlt!

Außerdem kann ich noch die Geschmacksrichtung Neutral empfehlen, denn diese kann man wie Sahne den Gerichten beimischen. Das Kochgut darf dann nur nicht mehr kochen.
Es gibt Fresubin auch über Amazon. Ich habe mal etwas im Netz gestöbert und bin auf eine Rezeptseite von Fresubin gestoßen. Schaut mal hier.

Wenn es mal wieder länger dauert

Umstellung Nummer 3

Immer unterwegs. Henkelmann modern – Snack 2Go-Glas. Das Warten beim Arzt zieht sich oft recht lang hin. Das solltet ihr euch schon etwas nahrhaftes mitnehmen. Aber was?
Mein Rezept der Wahl: Grießbrei am liebsten mit Mandarinchen oder mit Blaubeeren und einem guten Stich Butter. Yammie!

Ja, aber wie transportierst du das? Meine Entdeckung ist das Snack-2Go Glas von Kilner. Ich finde das Produkt gerade für diesen Zweck sehr gut, da aus Glas und sehr robust. Klasse ist auch der Einsatz für Dressings oder Nüsse oder, oder, oder. Preis: ab ca. EUR 12,00.

Porridge – oder der gute alte Haferbrei

Umstellung Nummer 4

Haferbreirevival! Für Porridge müsst Ihr nicht viel tun, der ist ziemlich schnell fertig. Vier Esslöffel feine Haferflocken mit zwei (oder drei) Tassen Wasser oder Milch sowie einer Prise Salz aufkochen und danach ungefähr 5 – 10 Minuten ziehen lassen. Kommt darauf an, welche Konsistenz ihr bevorzugt. Experimentiert selbst ein wenig mit der Flüssigkeitsmenge. Verfeinern könnt ihr das Porridge mit einer Prise Zimt oder statt Zucker mit 1- 2 Datteln, frischem Obst oder auch Trockenobst, gerösteten Walnüssen, einem Esslöffel Lein-, oder Chiasamen. Ach ja, für alle die zunehmen müssen, die gute Butter nicht vergessen – von ganz schlanken Kühen .

Wer es ganz einfach haben möchte, greift einfach auf Fertigmischungen zurück. Die schmecken auch sehr gut. Zum Beispiel die hier von 3Bears 4 x 400 Gramm in verschiedenen Geschmacksrichtungen ab ca. EUR 21. Oder gleich Porridge mit extra Proteinpulver von FSA Nutrition, ab ca. EUR 20. Gibt es auch für die Mikrowelle, dann brennt nix an 😉

Sooo gesund. Hafer zählt zu den wertvollsten Getreidesorten und macht Porridge so gesund. Ganz nebenbei liefert er viel Eiweiß und Ballaststoffe sowie Mineralien und Vitamine. Diese Nährstoff-Kombination sorgt für einen geregelten Blutzuckerspiegel und ein starkes Immunsystem. Die im Hafer enthaltenen Ballaststoffe sorgen dazu noch für einen gesunden Darm. Sie regulieren die Verdauung und bilden im Magen eine Schutzschicht, die den sauren Magensaft von der Schleimhaut fernhält. Das ideale Frühstück also für Menschen mit einem empfindlichen Magen. Dieses Wissen ist übrigens nicht von mir, sondern von meiner Mutter und auf die hab ich (wieder) gehört. Meine Empfehlung: Klickt doch mal hier, die Seite ist sehr inspirierend (Rezepte plus Hintergrundwissen).

Umstellung Nummer 5

Mehr Bier trinken, aber bitte alkoholfrei.
Zum Beispiel Hefeweizen . Das geht immer und bringt echt Power beziehungsweise was auf die Rippen. Das gleiche gilt übrigens auch für Malzbier. Nachteil ist bei letzterem allerdings der hohe Zuckergehalt. Dennoch, wenn nichts anderes mehr geht, ist zu viel Zucker sicher das geringste Problem. 

Getränke mit „Wumms

Die Ernährungs-Docs – Thema Untergewicht

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mir die Werbung über Abnehmpülverchen und Diätformeln oder die Vorher-Nachher-Reportagen in Frauenzeitschrift auf die Nerven gegangen sind. Abnehmen war nun wirklich nicht mein Problem. Absolut nicht. Ganz im Gegenteil.

Diese Sendereihe ist ein echtes Füllhorn an guten Tipps für eine gesundmachende Ernährung. Natürlich kann man nicht alles damit beeinflussen, es ist aber schon erstaunlich, was alles geht und was man selbst beeinflussen kann. Hier der Link zur Folge Untergewicht. Die Rezepte dazu findest du hier. Das aktuelle Buch findest du unter „Du brauchst – Bücher & Co.“.

Meine Tipps für deinen Krankenhausaufenthalt

Da gibt es so viel drüber zu sagen! Daher habe ich einen eigenen Betrag in meinem Blog dazu veröffentlicht. Lies dir den am besten durch, dann bist du gut vorbereitet.  Hier geht es zum Beitrag Jetzt wird es stationär“.

 

LINK-NAME