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Transzendentale Meditation – Wieso es für Krebspatienten heilsam ist, zu meditieren.

Inhaltsverzeichnis auf einen Blick

Fülle dein Energiekonto auf!

TM ist besser als jede Konzentrations- und Kontemplationsmethode, sagt der Berliner Meditationscoach Gottfried Vollmer

Dies ist das Transkript des Gesprächs mit Gottfried Vollmer mit vielen wertvollen Erklärungen, praktischen Übungen und Erlebnissen mit dieser Technik.


Folge 25 von „Nellas Neuaufnahme“ kannst du dir anhören, wenn du diesem Link folgst:

Was Transzendentale Meditation alles kann.

Schön, dass du wieder mal rein hörst und mit mir / uns deine Zeit verbringst, sie uns schenkst. Vielleicht liegst du gerade entspannt auf dem Sofa oder räumst deine Wohnung auf, machst die Wäsche oder drehst eine kleine Runde. Oder vielleicht sitzt gerade ganz gechillt im Auto nach irgendwo

Lass uns mal loslegen mit etwas „Quality-Time“ für die Ohren. Mein heutiger Gast und ich haben genau das vor. Wie du gleich merken wirst, wird es diesmal vertraut und besonders erholsam, denn wir zwei hier vor dem Mikro sind bereits ein eingespieltes Team.

Wir haben schon einmal eine wunderbare Podcastfolge zusammen gemacht. Da ging es um das Thema Körpersprache und trug den schönen Titel: „Ach wie schön, der will mich gar nicht töten.“ Lustigerweise war das ziemlich genau vor einem Jahr. Schon damals hatten wir uns direkt nach der Aufnahme für eine neue Folge verabredet, weil wir festgestellt haben, dass Meditation einen lebensqualitätssteigernden Effekt hat, der eigentlich für jeden und besonders für Krebspatienten oder Patienten mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen ohne viel Kraftanstrengung erreicht werden kann.

Gottfried Vollmer, damit ist der Name aus dem Sack, hat neben seinem Beruf als Schauspieler und Schauspielcoach schon sehr lange eine zweite Passion, aus der er ebenfalls einen Beruf gemacht hat. Er ist Meditationscoach und – -Lehrer in seinem Lehrinstitut für Transzendentale Meditation in Berlin Mitte. Also ideal für dieses Thema. Es ist mir mal wieder eine große Freude, lieber Gottfried, dich hier vor meinem Mikrofon, meinem häuslichen Mikrofon begrüßen zu dürfen. Das haben wir auch schon lange nicht mehr gehabt, dass man sich gegenübersitzt. Also schön, dass du da bist.

Gottfried
Ja, ich freue mich auch.

[02:26] – Frage: Wie schaffen wir es, unser Energiekonto nicht zu überziehen?

Nella

Lass uns mal gleich in Madias Res gehen. Es ist ja so, dass wir sehr gerne unser Energiekonto überziehen und wie wir alle wissen, ist Kontoüberziehen einfach, einzahlen ist immer ein bisschen schwieriger. Kurzum, wie können wir es denn schaffen, dass wir nicht ins Energieminus kommen?

Gottfried

Mein Thema ist ja Meditation und das passt natürlich zum Energiekonto wunderbar, weil der Körper eigentlich sehr genau weiß, er hat eine große Intelligenz, er weiß genau, was zu tun ist, um wieder einen Gleichgewichtszustand zu erreichen. Das sind seine Selbstheilungskräfte. Aber um die zu aktivieren, brauche ich einen tiefen Grad von Entspannung. Das heißt, je tiefer die Entspannung, desto größer ist die Chance, dass der Körper sich regenerieren kann. Und Meditation ist zwar einmal ein geistiges Phänomen, weil man da so eine innere Stille erfährt. Das werden wir gleich noch etwas näher erläutern.

20 Minuten Meditation, der Körper erreicht einen Entspannungszustand, der doppelt so tief ist wie in der Tiefschlafphase.

Aber es ist auch ein körperliches Phänomen, weil bei der Technik, die ich unterrichte, gibt es also nachweislich, das waren schon Untersuchungen in den 70-er Jahren Standford Research University, TM (TM = Transzendentale Meditation) 20 Minuten Meditation, der Körper erreicht einen Entspannungszustand, der doppelt so tief ist wie in der Tiefschlafphase. Und diese Tiefenentspannung, die hat ganz viele heilende Wirkung, was ich auch als Lehrer beobachte, ich bin jetzt 40 Jahre dabei, also schon eine ganze Weile und habe sehr viele Menschen eingeführt.

Und viele kommen ja auch gerade nicht von der Sonnenseite des Lebens zu mir. Welche Heilungskräfte der Körper hat, wenn er diese tiefe Entspannung erfährt, zweimal am Tag und da lädt man sein Energiekonto extrem auf.

[04:15] – Frage: Warum tun wir uns so schwer damit, unsere innere Ruhe zu finden?

Nella

TM, das noch mal hier erwähnt, also TM, wenn wir TM sagen, heißt das immer Transzendentale Meditation, richtig? Ganz kurz zur Erklärung.
Ja, ich tue mich ja, das hatte ich ja beim letzten Mal schon gesagt, etwas schwer damit. Und ich bin eher ein ungeduldiger Mensch. Ja, warum tun sich ungeduldige Menschen so schwer damit, die innere Ruhe zu finden?

Gottfried

Na ja, weil unser Geist ein sehr neugieriges, erlebnishungriges Tierchen ist. Das heißt, der springt auf alle Themen drauf und kann sich da auch stundenlang drin aufhalten. Und das macht ihm erst mal Spaß. Aber es erschöpft ihn auch. Und deshalb haben diese alten Kulturen, also die TM Transzendentale Meditation kommt aus einer sehr alten Wissenstradition, ist mehr als 5000 Jahre alt, die wussten halt, wie man den Geist zwischendurch in die völlige Stille führt und ihn dort immer mehr verankert, sodass er sich an der Oberfläche nicht zu sehr erschöpft. Also diese innere Unruhe geht durch die Meditation weg.

Gott sei Dank geht nicht die Lebendigkeit weg. Also man kann ja nach dieser tiefen Stille sofort wieder nach draußen gehen und durchstarten und sich des Lebens erfreuen oder seine Erfahrungen sammeln. Aber es muss irgendwo geerdet sein, dieser Hintergrund der Entspannung und der Stille ist unbedingt notwendig, sonst laufen wir heiß und erschöpfen uns.

[05:41]Frage: Wie sage ich meinem ungeduldigen Ich, dass mir Meditation hilft?

Nella

Wie kann ich das meinem ungeduldigen Ich sagen? Also kann ich ihm sagen: „Mensch, versuch’s doch mal!“

Gottfried

Also der Schritt, die Meditation zu machen und sich einfach hinzusetzen, es zu tun, den Schritt kann man keinem abnehmen. Da muss man schon eine gewisse Bereitschaft haben, zu sagen okay, ich setz mich jetzt einfach hin und ich probiere es mal aus. Ich bin zwar skeptisch, aber ich gebe dir meine Chance.


Übrigens etwa 50 % meiner Klienten sind genau so, die sagen: „Also Herr Vollmer, ich sage Ihnen ganz ehrlich, was ich schon alles probiert habe, und jetzt kommen Sie da mit Ihrer Meditation. Also ich bin da sehr skeptisch, dass das funktioniert. Wenn ich hören soll, ich soll 20 Minuten mit geschlossenen Augen auf dem Stuhl sitzen, kriege ich schon das Laufen.“

Und dann sage ich: „Geben Sie sich eine Chance, zwei Tage Erfahrung und wenn Sie dann das Gefühl haben, es funktioniert nicht, können wir noch mal reden. Und es wirkt tatsächlich extrem gut. Und das schon nach kürzester Zeit. Aber man muss es einfach machen. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

[06:47] – Frage: Ist denn Achtsamkeit die Vorstufe zur Meditation?

Nella

Ist denn Achtsamkeit vielleicht sogar die Vorstufe zur Meditation? Wenn man da schon mal für sich mit anfängt, hat man ja auch schon ganz schön viel gemacht, oder?

Gottfried

Also ich bewundere sehr diese „Achtsamkeitsyogis“, weil, wenn der Geist gestresst ist, genervt oder unruhig, dann aus dieser Position in die Achtsamkeit zu gehen ist nicht so einfach. Es kommt immer auf dieses eine Frequenz-Level an, auf dem man sich befindet. Und deshalb ist es bei der Meditation manchmal ganz gut, von der Ebene des Wachbewusstseins wegzugehen in diese subtileren Ebenen, wo es auf einmal ganz ruhig wird. Es gibt so ein schönes Bild, was auch aus dem Vedanta (Link zu Vedanta, siehe unten) kommt, diesen alten Schriften, da ist das Bewusstsein immer der Ozean.

Nicht auf den Wellen tanzen

Das heißt, oben sind die Wellen, und je tiefer ich in den Ozean eintauche, desto stiller wird es. Und wenn ich aber oben in den Wellen bin und versuche, jetzt die Wellen zu glätten, wird es unglaublich anstrengend, da schlucke ich so viel Wasser. Also der Trick ist, gehe nicht dahin versuche nicht auf der Ebene etwas zu ändern, weil da ist so viel Unruhe und so viel Bewegung. Geh einfach nach innen, geh jenseits davon und verankere dich da, weil dann hast du einen ganz anderes Energielevel, aus dem heraus du dann gehst.

Und das hat dann nichts mehr mit dieser Aktivität des Geistes an der Oberfläche zu tun, weil der kann ruhig weiter unruhig sein an der Oberfläche.

Nella

Das finde ich sehr spannend. Ich bin selber Seglerin, deswegen weiß ich genau, was du damit meinst, dass das sehr schwierig ist. Und ich denke auch, dass das wahrscheinlich auch die Faszination des Tauchens ist, dass man da unten in dieser Tiefe ist, also mit dem tatsächlichen Tauchen, und dass Meditation so was ist, wie Abtauchen für einen selbst. Eigentlich ein schönes Bild.

Gottfried

Ja, es ist auch tatsächlich eine Taucherfahrung. Ich sitze da ja ganz normal auf meinem Stühlchen. TM ist ja sehr unspektakulär. Man kann das auf einem Stuhl auf dem Sofa machen, auf der Parkbank, im Flugzeug, im Warteraum. Aber man macht die Augen zu, man nimmt diesen inneren Klang, so ein Mantra auf und dann hat man wirklich das Gefühl, als ob man in den Fahrstuhl gestiegen ist und zweites Untergeschoss gedrückt hat. Und dann fährt man so richtig nach unten. Und je tiefer es geht, desto angenehmer wird es.

[09:12] – Frage: Seit wann beschäftigst du dich mit Meditation? Was war der Auslöser?

Nella

Wir werden ja später noch mal ganz genau auf die Transzendentale Meditation eingehen. Was ich jetzt von dir wissen möchte, ist: Was war denn für dich der Auslöser zu sagen, ich beschäftige mich mal mit der Meditation, War das übermäßiger Stress oder war es ein anderer Auslöser?

Gottfried

Nein, das war noch anders. Ich war kurz vor dem Mathe Abi in der Schule. Und Mathe war nun überhaupt nicht meine Stärke und ich war sehr nervös. Es gibt noch einen Fleck in unserem alten Elternhaus an der Wand, da habe ich ein Tintenfass an die Wand gedonnert, weil ich eine Matheaufgabe nicht rausgekriegt habe. Also ich war ziemlich durch den Wind.

Nella

Wie Martin Luther der hat das auch gemacht.

Da gibt es glaube ich, so einen Fleck in Wittenberg. Also der kleine Gottfried war auch schon lutherisch unterwegs.

Gottfried

Genau, Ich war Luther, ich war lutherisch unterwegs und man hatte tatsächlich noch so Füller, die man in einem Tintenfass ausfüllt. Und dieses ganze Ding habe ich da an die Wand gedonnert, das heißt, mein Zustand war alles andere als gesattelt. Dann gab es im Freundeskreis Leute, die das schon gemacht hatten, und die hatten mir das empfohlen. Wir waren dann eine ganze Clique, die auch zusammen meditiert haben. Und das Ergebnis war, dass ich 14 Tage später seelenruhig ins Mathe-Abi marschiert bin und meine fünf in aller Seelenruhe geschrieben habe.

Nella (lacht)

Das macht es mir noch sympathischer, mit dir zu reden. Ich glaube, ich habe da ähnliche Erfahrungen gemacht, was dieses Fach angeht, wir beide sind keine Freunde geworden.

Gottfried

Das sind die Künstler, die haben es nicht so mit der linken Gehirnhälfte.

Nella

Ja, obwohl ich ja später Prokuristin gewesen bin. Aber okay, ich habe es irgendwie hingekriegt. Ich weiß nicht. Oder die haben es einfach nicht gemerkt.

[11:11] – Frage: Wann ist denn überhaupt ein guter Zeitpunkt, um mit dem Meditieren zu beginnen? Oder anders gefragt Wann beginnen die meisten, sich darüber Gedanken zu machen?

Gottfried

Das ist sehr unterschiedlich. Ich würde sagen, der Großteil der Leute, die Meditation beginnen, sind gerade in einer Art Umbruchphase. Ich will nicht unbedingt sagen Krise, aber meistens erzählen sie, dass irgendwas passiert ist oder eine Beziehung geht zu Ende oder ein Umzug oder irgendwas. Oder Sie haben das Gefühl, ich muss jetzt mal was für meine innere Gesundheit tun. Das ist schon der Fall. Dann kommen aber auch zunehmend junge Leute, und die haben mit Stress nicht so viel zu tun, aber die sind erfahrungshungrig, weil man mit der Meditation tatsächlich höhere Bewusstseinszustände erfahren kann und eben nicht mit Drogen, wo man seinen Körper auch wieder schädigt, sondern auf natürliche Weise. Und die sind mehr erfahrungsorientiert, die gibt es auch.

Nella

Was meinst du damit, eine höhere Bewusstseinsebene erreichen? Heißt das, ich lebe intensiver, kann das alles besser wahrnehmen oder zuordnen?

Gottfried

Nein oder ich muss ein bisschen ausholen. Es gibt dieses sogenannte kosmische Bewusstsein, das heißt, von diesem Bild des Ozeans auszugehen, man ist sowohl oben in den Wellen als auch gleichzeitig unten in der Tiefe. Das heißt, man hat Stille und Aktivität gleichzeitig. Das heißt, man ist im Außen aktiv und trotzdem gibt es in einem so ein weites Feld von innerer Ruhe und Stille, die überhaupt nicht tangiert wird. Und das ist ein höherer Bewusstseinszustand, der auch in diesen vedischen Schriften beschrieben wird als kosmisches Bewusstsein. Und ich kenne diese Erfahrung und das ist reine Glückseligkeit, weil es einem da überhaupt keiner mehr was anhaben kann.

Nella

Das war genau mein Gedankenimpuls, dass man sich wirklich rausnehmen kann, ohne dass es einen viel Kraft kostet und man sich vielleicht auch ermahnen muss: Man sagt ja immer so locker: „Lass dich bloß nicht ärgern.“, was meistens ja nicht so wirklich gelingt, ehrlicherweise, aber das finde ich sehr, sehr spannend. Ich glaube, da bin ich sehr bei den jungen Leuten. Das ist genau der Triggerpunkt, wahrscheinlich für mein ungeduldiges Ich zu sagen: Hey, das ist ja mal eine coole Sache.

Gottfried

Ja, und die jungen Leute haben auch eine gute Chance, weil das Nervensystem noch nicht so verstresst ist und deshalb haben die sehr schnell sehr tiefe Erfahrung in der Meditation und genießen das auch.

Ich habe mal 3000 Schüler auf den Philippinen eingeführt. In einer Schule haben wir zwei Schulen eingeführt mit mehreren Kollegen und schon die Kids ab dem fünften, sechsten Lebensjahr machen TM mit großer Begeisterung, weil sie normalerweise die Sachen nicht lange durchhalten, weil ihnen das zu langweilig ist und das machen sie sehr gern, weil sie eine sehr tiefe Erfahrung in der Meditation haben.

Meditation als Fach in der Schule

Nella

Meditation als Fach, das mal einzuführen oder als Projekt an Schulen, das wäre es doch.

Gottfried

Ja, das gibt schon. Es gibt schon dieses „Consciousness based Edukation“, also bewusstseinsorientierte Erziehung. Und das gibt es in einigen Ländern, hauptsächlich in Südamerika ist das schon zum Teil in den Schulen etabliert.

Nella

Warum das? Also ich muss da jetzt noch mal hinterher fragen, warum jetzt gerade in Südamerika?

Gottfried

Da gab es sehr charismatische Lehrer, unter anderem einen Pater Machia, glaube ich, seines Zeichens Katholik. Und der hatte ganz viel mit Straßenkindern zu tun. Der hat mehrere Stiftungen und er hat sich da sehr engagiert. Und dann gab es eine Stiftung von David Lynch, dem Filmemacher. Der hat sich da auch sehr engagiert.

Nella

Das passt.

Gottfried

Die Stiftung von David Lynch ist da in Südamerika sehr aktiv. Und er hat mal gesagt, er möchte gern 1 Million Kinder in die Meditation einführen.

[14:58] – Frage: Was sind die drei größten Fehler in der Meditation?

Nella

Jetzt mal zu den „Dos and Dont´s“ und mehr zum Praktischen hin. Was sind denn eigentlich meine drei größten Fehler, wenn ich mit dem Meditieren anfange? Was macht man manchmal oder meistens falsch?

Die Konzentrationsmethoden

Gottfried

Da muss man ein bisschen in die Technik selber reinschauen, weil es da unterschiedliche Wege gibt. Also es gibt die sogenannten Konzentrationsmethoden, die kommen ja aus der buddhistischen Tradition. Da konzentriere ich mich auf den Atem oder ich konzentriere mich auf Teile meines Körpers, auch im Autogenes Training. Da gehe ich durch den Körper durch oder ich konzentriere mich auf eine Kerze oder einen inneren Gegenstand. Die konzentrativen Methoden sind uns insofern vertrauter, weil das unsere westliche Kultur ist. Das heißt, wenn wir in der Schule nicht aufpassen, sagt der Lehrer: „Jetzt konzentriere dich doch mal.“, und dann konzentrieren wir uns.

Und wir wissen aber selbst, dass Konzentration zwar den Geist zur Ruhe bringt, aber es ist nicht unbedingt die angenehmste und natürlichste Form, weil der Geist entwicklungsorientiert ist und der möchte gern frei sein, der möchte gern dahin gehen, wo er gern hingehen will. Und Konzentration heißt: ich leg den Hund an die Kette, dann kann er zwar nicht weg, aber er wird immer an der Kette zerren.

Und das macht diese konzentrativen Methoden subtil etwas anstrengend. Diese ganzen Konzentrationsmeditationen sind wirkungsvoll, aber anstrengend.

Nella

Da muss ich gerade mal meinen Senf dazugeben, weil mich das sehr beruhigt, gerade weil ich immer das Thema habe, dass ich mich manchmal fühle, wie eine Flipperkugel und dass es mir wahnsinnig schwerfällt –  es heißt ja immer, stay focussed und so und ich bin aber wirklich so, dass ich immer ganz verschiedene Ideen gleichzeitig im Kopf habe und mir das wahnsinnig schwer fällt, mich dazu zu zwingen, diesen Fokus zu haben oder diese Konzentration. Und jetzt habe ich quasi die Begründung. Vielen Dank.

Die Kontemplationsmethoden.

Gottfried

Ja, das ist für den Geist nicht das Natürlichste. Also er macht es zwar, weil wir ihm das sagen, aber es ist nicht so angenehm. Dann gibt es eine zweite Richtung, das sind die sogenannten Kontemplationsmethoden. Kontemplationsmethoden sind diese ganzen geführten Meditationen. Das heißt, dann ist da eine schöne sonore Männerstimme und die sagt: „Jetzt stell dir vor, du liegst am Strand und du hörst das Meer rauschen und du spürst den Wind auf deiner Haut und den Sand unter dir.“ und so und dann hat man die Augen zu.

Manchmal macht man das auch im Liegen und dann geht man tatsächlich so vom rationalen Wachbewusstsein weg, so auf feinere Ebenen. Und dann ist man in irgendwelchen angenehmen Bildern unterwegs. Und das ist angenehmer, weil der Geist eben freigelassen wird.

Die Transzendentale Meditation

Aber es ist noch nicht wirklich Meditation, weil Meditation definiert ist, als einen Zustand des Geistes, der Stille jenseits der Gedanken, wo überhaupt keine Aktivität mehr stattfindet, kein Beobachten, keine Bilder, keine Objekterfahrung, keine Sinneseindrücke, keine Gedankenaktivität, nur noch Stille.

Das ist die eigentliche Energiequelle. Wenn wir dort eintauchen, das nennen wir transzendieren, überschreiten deshalb transzendentale Meditation. Wir überschreiten die feinste Ebene der Anregung der Gedanken und kommen in einen Ozean der Stille, wo nur noch Stille ist. Und da tankt der Geist wirklich Energie. Wenn er da drüber ist, ist es zwar angenehm, aber es ist nicht wirklich eine Quelle, nicht die Energiequelle und bei der TM ist das Einzige, was man da falsch machen kann, ist, dass man sich in irgendeiner Form anstrengt oder konzentriert.

Je müheloser, desto tiefer

Also je mühelose man das macht, aber das lernt man ganz schnell, wenn man die Technik lernt.

Man überlässt sich da einem inneren Klang, einem Mantra und das Mantra geht von allein in diese vertikale Richtung und man geht einfach nur mit. Man muss nichts tun, man schließt sich einfach nur an und es ist vollkommen mühelos, ohne jegliche Konzentration. Und das macht es eben angenehm. Und deshalb ist es auch so weit verbreitet, weil es eben in unseren stressigen Alltag gut zu integrieren ist. Ich kann völlig genervt und gestresst nach Hause kommen, ich schmeiße meine Tasche in die Ecke, setze mich auf einen Stuhl, mach die Augen zu, nehme das Mantra auf. Zwei, drei Minuten später geht es nach Innen.

[19:22] – Frage: Warum brauchen wir keine Musik zum Meditieren?

Nella

Ja, das hat jetzt quasi meine nächste Frage pulverisiert. Braucht es Musik für die Meditation? Also nicht. Denn das ist ja wieder was, was Impulse gibt.

Gottfried
Nein, solange die Aufmerksamkeit nach außen geht, bin ich nicht im Innen. Wenn ich irgendwas zuhöre oder so, bin ich nicht an der Quelle. Die Quelle ist wirklich nur noch Stille. Und diese Erfahrung ist sehr schön. Und das Interessante ist, dass viele, die ich einführe in die Meditation sagen, da war so ein Moment, auf einmal war gar nichts mehr da. Es war nur noch Weite und Stille und Licht. Und das kenne ich. Das hatte ich mal als Kind.

Und dann sage ich. richtig, weil das dein Innerstes zu Hause ist, das hast du sowieso immer schon. Es ist quasi nur ein Wiederfinden von etwas, was dir sowieso gehört. Also deshalb ist Meditation nicht irgendwas, was man von außen zufügt, sondern es ist eigentlich nur ein Erinnern an einen Grundzustand unseres Bewusstseins, den wir immer hatten und den wir als Kind dann irgendwann verloren haben.

Nella

Kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich wurde als Kind gerne „Regina Regenbogen“ genannt, oder „Träumerchen“. Und das ist genau glaube ich diese Ebene, dass man in seiner Welt ist und sich da einfach ganz frei fühlt und ungezwungen und gar nicht groß nachdenkt. Einfach so ist, wie man ist.

[20:50] – Frage: Welcher Ablauf ist denn ideal? Vielleicht morgens oder abends? Was würdest du empfehlen?

Gottfried

Beides. Die TM macht man einmal morgens 20 Minuten und einmal abends 20 Minuten. Das ist für Leute, die viel um die Ohren haben, ein bisschen herausfordernd. Aber wenn sie merken, was es ihnen bringt, sowohl energetisch von der Kreativität, von der Klarheit und auch von der inneren Entspanntheit und Gelassenheit, dann bauen sie es eigentlich in ihren Alltag ein. Also das ist die einzige Kunst, die bleibt, dass man es irgendwie ritualisiert, in seinen Alltag.

Nella

So in den Flow kommen, dann gar nicht nachzudenken. Das ist ja auch eine Erfahrung, die ich, gemacht habe, dass Rituale wahnsinnig helfen, weil man eben darüber gar nicht mehr nachdenken muss. Genau so läuft es dann da auch. Also ich sage noch mal „Fräulein Ungeduld“ hatte natürlich wenig mit Ritualen am Hut. Bis ich gemerkt habe, dass das wahnsinnig beruhigend ist. Ich weiß einfach, was passiert. Ich muss mir darüber keine Gedanken mehr machen. Ich glaube, man sagt nach drei Wochen, so ungefähr fängt dann dieser Flow an, der Rhythmus, den man dann aufnehmen kann, ohne sich großartig einen Kopf zu machen an.

Ja, siehst du auch so.

[22:05] – Frage: Ist Meditation über Online-Kurse empfehlenswert?

Sag mal, was ich ja auch gesehen habe bei der Vorbereitung hierfür. Es gibt ja wahnsinnig viele Onlineangebote für Meditation. Also ich finde es schwierig, muss ich ehrlich sagen. Vor allen Dingen ist es immer die Frage: Mag ich den Menschen, der das macht? Und: Es sind ja dann diese geführten Meditationen, richtig?

Es wäre schon besser, es entweder für sich zu machen oder vor Ort mit einem Coach oder wie siehst du das?

Gottfried

Na ja, hier ist es eigentlich ganz simpel. Man macht so einen vier Tages Kurs, lernt die Technik und ist dann komplett unabhängig. Also dann machst du sie für dich. Du brauchst keinen äußeren Coach mehr. Also wenn du es einmal gelernt hast, wie schwimmen, dann hast du es für immer gelernt und kannst es überall machen. Und das Gute ist, man kann es eben auch in der S-Bahn machen, wenn ich weiß, ich bin jetzt eine halbe Stunde unterwegs und ich werde nicht unbedingt direkt angequatscht oder so, dann kann ich mich da trotz Lautsprecheransagen hinsetzen, die Augen zu. Von außen ist es völlig unspektakulär.

Da sitzt jemand auf seinem Bänkchen und hat die Augen zu und man denkt, er macht ein kleines Nickerchen oder so was. Es ist extrem simpel, so für den Alltag zu integrieren. Du brauchst keinen Coach mehr, wenn du es einmal gelernt hast.

[23:23]Frage: Was macht die Transzendentale Meditation so besonders?

Nella

Ich nehme jetzt mal eine andere Reihenfolge, als ich gedacht habe, denn ich frage mich jetzt ja, du hast das vorhin schon angedeutet, was der Unterschied ist. Bei der transzendentale Meditation, überschreitet man eine Grenze und kommt in die Ruhe, in seine eigene innere Ruhe. Und das ist im Grunde, das, was genau der Unterschied zur normalen Meditation ist, oder?

Gottfried

Zumindest ist es ein deutlicher Unterschied zu entweder einer Konzentration oder einer Kontemplationstechnik. Diese Leichtigkeit, diese Mühelosigkeit ist sehr speziell. Ich habe auch viele andere Techniken kennengelernt. Auch im Rahmen meiner Schauspielausbildung haben wir unterschiedlichste Entspannungstechniken usw. gelernt. Also das ist bei dieser Meditation sehr speziell und das kommt daher, weil diese vedischen Meister, die sehr zurückgezogen vor tausenden von Jahren im Himalaya in ihren Höhlen irgendwelche Erkenntnisse hatten und aus denen dann diese Technik entstanden ist.

„Wenn du transzendierst, hast du das Gefühl: ich bin zu Hause.“

Die wussten einfach, wie der Geist auf völlig mühelose Weise entsprechend seiner innersten Natur, nämlich seinem Erlebnishunger, alleine dort hingeht. Das Interessante ist, das wirst du vielleicht merken, falls du das mal lernst. Du schwingst dieses Mantra an und dann hat der Geist mit dem Mantra sofort das Bedürfnis, sich dieser Quelle zuzuwenden, weil das sein innerstes Zuhause ist. Also wenn du transzendierst, hast du das Gefühl, ich bin zu Hause angekommen, Mir fehlt nichts mehr. Das ist nur noch innere Ganzheit, Stille, Weite jenseits jeglicher Probleme.

Du bist einfach nur noch mit dir in diesem, in diesem Feld. Und das ist für den Geist unglaublich angenehm, weil der Geist viel lieber sein möchte als zu denken. Und er denkt die ganze Zeit und das erschöpft ihn wahnsinnig und er möchte einfach sein. In diesen alten Kulturen gab es eben eine Technik, wie man wirklich in diese Ebene des Seins eintauchen kann, mal jenseits des Denkens und dass es für den Geist so attraktiv oder charming, dass er das Mantra von alleine nimmt und dort hingeht. Und wir gehen eigentlich nur noch mit. Das macht die Mühelosigkeit aus.

[25:43]Frage: Was ist denn das Mantra eigentlich?

Nella

Du sagst jetzt öfter Mantra, weil viele sicher denken, was heißt das jetzt genau?

Gottfried

Ein Mantra ist ein Wortklang, wo nicht die Bedeutung irgendeine Rolle spielt, sondern die Zusammensetzung des Klanges. Also so und so viele Konsonanten, so und so viele Vokale. Und diese Mantren haben eine ganz bestimmte Schwingungsfrequenz, die für den Körper, für das menschliche Nervensystem sehr angenehm sind. Und der Geist nimmt dieses Mantra, diesen inneren Klang sehr gerne auf. Und auf diesem Weg nach innen wird das Mantra immer feiner, das heißt es verschwimmt immer mehr, es wird immer subtiler. Und irgendwann kommt es an diese ganz subtile Schwelle, wo es dann nur noch diese Stille erfährt, also wo das Mantra dann quasi ganz verschwindet und nur noch die Stille übrigbleibt. Dieser Vorgang ist schwieriger zu beschreiben, als zu praktizieren.

Nella

Kannst du es mal vormachen?

Gottfried

(lacht) Das kann ich dir leider nicht vormachen, weil das ja was Inneres ist. Dieser Klang wird gedanklich angeschwungen. Es ist nicht nach außen gehender Klang, sondern ein innerer Klang. Und der Geist nimmt das auf. Und es ist wie so ein wie so ein kleines Schwungrad. Es wird so innerlich wiederholt und dabei geht es immer tiefer, immer tiefer, immer feiner, immer feiner und es verschwimmt immer mehr wie so eine Gitarrenseite, die so an zupft, … bonnnngggg … verschwimmt, immer mehr und der Geist geht einfach mit und das macht diese Mühelosigkeit bei der TM aus.

Nella

Das ist für mich jetzt sehr abstrakt.

Gottfried
Das glaube ich.

Nella

Das ist schwer zu greifen, weil ich immer dachte, Mantra ist vielleicht so was wie dieses „Ohm“.

Gottfried

„Ohm“ ist auch ein Mantra, ja.

Nella

Okay, also das könnte ich zum Beispiel das dann machen für mich und das mit reinnehmen in mein Inneres.

„Ohm“ ist ein starkes Mönchsmantra. Wenn du zu lange mit „Ohm“ meditierst, hast du ein starkes Bedürfnis, in die Höhle zu gehen.

Gottfried

Es gibt ein paar Dinge zu lernen, die etwas subtiler sind. Also einmal kriegst du ein ganz spezielles Mantra. Das wird bestimmt nicht „Ohm“ sein, weil das kein Mantra ist, was für uns geeignet ist, weil „Ohm“ ein starkes Mönchsmantra ist. Wenn du zu lange mit „Ohm“ meditierst, hast du ein starkes Bedürfnis, in die Höhle zu gehen und das wird dir nicht entsprechen.

(beide lachen herzlich)

Nella

Gut, dann lass ich das.

Gottfried

Das klingt jetzt so ein bisschen esoterisch, aber dahinter sind eigentlich physikalische Gesetzmäßigkeiten, weil das Interessante ist, wir wissen, dass die Materie in ihrer Feinstruktur gar nicht mehr Materie ist, sondern das ist nur noch Schwingung. Also diese Superstrings und was da alles so rumfliegt, das sind eigentlich nur noch Anregungen eines zugrundeliegenden Feldes. Das sind also ganz subtile Dinge. Und diese Schwingungsfrequenzen sind umso stärker, je subtiler sie sind.

Je feiner ein Mantra ist, desto kraftvoller schwingt es

Das heißt, in der Physik haben wir das Problem, an der Oberfläche ist die Energie eine andere als auf der subtilen Ebene, auf der atomaren oder subatomaren Ebene. Und das Gleiche gilt auch für unseren Geist und auch für diese Mantren. Je feiner ein Mantra wird, desto kraftvoller wird es. Das wirst du dann auch in der Meditation spüren, dass, wenn das Mantra ganz subtil wird, es auf einmal ein Energiepotenzial beinhaltet, was so ein Wort an der Oberfläche gedacht überhaupt nicht hat. Also diese die feinere Ebene ist immer die mächtigere. Das gilt nicht nur in der Physik, das gilt auch in der Meditation.

Nella

Ich glaube, ich müsste dann tatsächlich mal für vier Tage, das war ich eben, weil es mir glaube ich schwer fällt – das muss ich mir dann noch mal in Ruhe anhören – diese inneren Schwingungen zu erzielen.

[29:32] – Frage: Was sind die Rückmeldungen deiner Schülerinnen und Schüler?


Was ich jetzt noch dachte, ist: Hast du denn Erlebnisse von Menschen, die das bei dir praktiziert oder erlernt haben, dass sie gesagt haben: Mensch, – du hast es ja eingangs schon gesagt, dass sie sich am Anfang so schwergetan haben – und eher gesagt haben: „Mensch, na ja, ich mach das jetzt mal, aber so richtig dran glauben tue ich nicht.“ Was hat denn die Meditation bei denen bewirkt? Hast du da Rückmeldungen bekommen?

Gottfried

Absolut, ja. Also ich kann ja mal so eine kleine Anekdote erzählen. Ich hatte mal, das ist schon ein paar Jahre her, da hatte ich einen KFZ-Meister eingeführt in TM und der war so richtig KFZ-Meister und der sagte mir …

Nella

… meine Frau hat mich geschickt.

Gottfried

Genau. Na, es war nicht die Frau, sondern der Arzt.

Es gibt ja auch Ärzteverbände, die TM empfehlen, also gerade auch bei psychischen Zuständen, Depressionen und Angstzuständen usw. Das ist auch sehr hilfreich.

Wie die TM den KFZ-Meister überzeugte

Und der arme Kerl hatte einen schweren (Auto)Unfall erlebt und war danach insofern traumatisiert, als er sich nicht mehr hinters Steuer traute. Das ist für ein KFZ-Meister ein bisschen blöd. Das heißt, seine Frau musste immer – er saß daneben – die Autos Probe fahren und er kam zu mir, weil der Arzt sagte: Gehen Sie mal zu dieser Meditation usw. Und sagte zu mir: Er glaubt da nicht dran. „Aber ich versuche eben alles, um nachher wieder fahren zu können.“ Dann machte er den Kurs und hatte auch ganz gute Erfahrungen. Also er war etwas wortkarg in seinen Feedbacks.

(beide lachen)

Nella

Ich habe ein Bild.

Gottfried

Aber man sah an seinem Gesichtsausdruck, dass er wesentlich entspannter war. Und dann nach drei Wochen war er dann weg und die Leute gehen ja dann ihrer Wege. Also ich höre von vielen auch nichts mehr. Und dann kriegte ich einen Anruf und dann sagte ich: „Sagen Sie, was sind denn da für Geräusche im Hintergrund?“ „Ja, ich bin gerade auf dem Stadtring. Ich saus hier mit 120 lang.“, und so, „Ich wollte nur sagen, es hat alles gewirkt.“ Also dann konnte er wieder Autofahren, dieses Trauma war weg. Das war mal so eine kleine Anekdote.

[31:37] – Frage: Wie kann Meditation Krebspatienten – und auch anderen Patienten – helfen?

Nella

Wir haben uns ja auch deswegen noch mal dieses Themas angenommen, weil ich das auch schon von vielen anderen gehört habe, dass Meditation gerade bei Krebspatienten durchaus eine Wirkung hat oder man vielleicht auch heilsame Effekte damit erzielen kann, auch wenn es „nur“ in Richtung Lebensqualität geht. Ich möchte jetzt nicht irgendwas versprechen, was nicht zu halten ist, aber zumindest in Richtung Lebensqualität, dass sich die verbessern kann.

Wir haben eingangs darüber gesprochen. Du hast gerade als wir uns letztes Jahr verabschiedeten, auch gesagt, da steht eine Untersuchung an und wir wussten beide, es geht um das Thema Krebs. Das wurde ja leider dann auch bestätigt. Das heißt, du hast jetzt auch selbst leider die Erfahrung machen müssen, was es heißt, Krebspatient zu sein. Und wie hat die Meditation dir dabei geholfen?

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Gottfried

Es gibt erst so äußere Faktoren, die mich beruhigt haben. Im Vorfeld schon. Ich hatte einen guten Urologen, der rechtzeitig reagierte, als dieses Karzinom noch sehr klein war, sagte da müssen wir mal näher schauen. Und dann gab es eben eine Biopsie und dann gab es diesen positiven Befund. Dann habe ich mich erkundigt oder auch Empfehlungen entgegengenommen für sehr gute Ärzte, die da diese OP machen, also Entfernung der Prostata und hatte dann einen sehr guten Arzt, der mir dann auch zugesichert wurde, dass der mich behandelt, also die OP macht. Und man hatte auch gesagt, dass ich, wenn die ganz rausgenommen wird, dass ich dann mit der großen Wahrscheinlichkeit Ruhe habe. Das heißt, ich hatte so von den äußeren Faktoren schon recht gute Vorzeichen.

„TM ist seit 40 Jahren mein Begleiter

Und natürlich ist die Meditation mein täglicher Begleiter seit fast 40 Jahren. Und so eine innere Entspanntheit oder so ist schon glaube ich, auch Teil meiner Person geworden. Also insofern begleitet mich das sowieso, aber mit dieser Kombination mit Meditation. Ich habe dann auch im Krankenhaus viel meditiert. Am Anfang war ich nämlich noch allein im Zimmer, da konnte ich das super machen und unter diesen Voraussetzungen,
das lief dann auch alles sehr glatt und gut, bin ich eigentlich sehr entspannt durch diesen ganzen Prozess durch. Also kann ich nicht anders sagen, ich hatte auch immer irgendwie Glück von einem schönen Zimmer, einer netten Schwester und guter Betreuung.

Tiefenentspannung in der Meditation und diese geistige Stille funktionieren einfach, auch wenn man Probleme hat“

Ja, dann waren auch die Befunde danach gut und ich habe es nicht als so schrecklich erlebt. Ich glaube, meine Frau hatte viel mehr Angst als ich das und dann auch gesagt, als die Diagnose kam. Also was ich jetzt von mir selber bzw. auch von den ganz vielen Menschen, ich habe ja also fast 2000 Menschen eingeführt in Meditation mittlerweile, was ich da auch sehr oft erlebt habe, ist, dass diese Tiefenentspannung in der Meditation und diese geistige Stille einfach funktionieren, auch wenn man ansonsten gerade Probleme hat, die einen sehr beschäftigen. Das heißt, man kann auch diese Probleme tatsächlich transzendieren, überschreiten in der Meditation und kann sich in einem Bereich aufhalten, der einfach nur innere Ganzheit und Fülle und ein angenehmes zu Hause sein bedeutet und sich da auftanken.

Und das stabilisiert enorm. Ich kann die äußere Realität nicht gleich verändern, aber ich kann meine innere Disposition verändern.

[35:04] – Frage: Im Inneren sitzt die Angst, wieso hilft mir die Meditation gegen die Ängste, obwohl ich ins Innere gehe?

Nella

Wir haben ja beim letzten Gespräch, das auch mal thematisiert, dass es ja eigentlich heißt, wenn man Ängste hat, sollte man nicht so ins Innere gehen. Das ist manchmal etwas gefährlich. Wir hatten da zum Thema Körpersprache zum Beispiel dieses gebeugte „Vor-sich-hin-schlurfen“, was von der Körperhaltung was nach Innengehendes heißt. Und da hast du gesagt: Nein, richte dich auf und deinen Blick nach vorne, damit du nicht so sehr mit deinem Inneren in Kontakt bist. Die Meditation ist jetzt aber doch dieser Kontakt zu meinem Inneren und vielleicht auch zu meinen Ängsten. Aber da gibt es eine Technik, das eben nicht zu koppeln, richtig?

Gottfried

Die Meditation ist sehr unspezifisch. Sie gibt einfach Körper und Geist, ganz tiefe Ruhe und der Körper entscheidet dann selbst, wie er diese Entspannung nutzt, um eine Spannung zu entspannen. Das heißt, es kommt natürlich, wenn man da mit Problemen (… zu kämpfen hat, zu intensiven Gefühlen – von mir / Nella hier ergänzt).

Der Körper lässt das los, er will diese Sachen rauswerfen.

Ich hatte jetzt gerade einen 15-jährigen Jungen aus der Ukraine, der ziemlich traumatisiert ist. Wir hatten den Meditationskurs gemacht und die ersten drei, vier Tage kamen in der Meditation ziemlich schlimme Bilder hoch und das fand er erst mal gar nicht lustig. Und dann habe ich gesagt: Sei bitte ein bisschen geduldig, der Körper lässt das los, also der will diese Sachen rauswerfen.

Und das ist ja auch das, was in dieser Selbstheilung passiert, in der Entspannung. Der Körper lässt innere Programme los, das kann kurzzeitig dann etwas unangenehm werden, aber wenn man dann einfach weitermacht, ist man nach paar Tagen mit diesem Thema durch und dann ist man davon befreit. Also das ist eben das weißt du auch aus der Heilung, dass da erst mal auch Sachen hochkommen, die nicht so angenehm sind.

„Meditation, das ist ein intensiver Reinigungsprozess“

Aber man geht da durch und dann lässt das nach. Und das ist eine Meditation, das ist ein intensiver Reinigungsprozess. Nichts anderes erfährt auf der einen Seite tiefe Stille und auch sehr angenehme Erfahrung. Aber der Körper kommt ja auch in diese tiefe Ruhe und der Körper hat ein Programm, so schnell und so effektiv wie möglich Stress abzubauen. Und dann fängt er an, in der Meditation zu arbeiten und dann werden kurzzeitig mal auch Sachen nach oben geschwemmt. Und wenn man da einfach geduldig durchgeht, dann ist man das los.

Nella

Da auch mal gleich angesetzt. Man weiß ja auch, dass Stress Cortisol ausschüttet und den Organismus vergiftet, also toxisch wirkt.

Wie ist das dann bei der Meditation? Hat das dann auch so eine Art, ich sage jetzt mal so einen Schutzfilm, der sich dann da drüberlegt und der das dann abbaut?

Gottfried

Das Schöne ist, dass die Stressoren, also das muss man sich wirklich, wie eine kleine Stressknoten oder eine Dysfunktionalität auch im Nervensystem vorstellen. Wenn sich das wieder repariert, werden natürlich bestimmte, auch toxische Prozesse losgelöst kommen an die Oberfläche, aber vor dem Hintergrund dieser Tiefenentspannung sind sie niemals so stark wie im realen Leben. Also du kannst das ganz gut aushalten.

Ich hatte das mal, ich habe in meiner Jugend ein bisschen mit Drogen experimentiert. Und dann saß ich in der Meditation und dann kam auf einmal so ein Drogenflash, den ich mal so hatte. Das kam plötzlich so wie so ein Schwall plötzlich in mein Bewusstsein. Und das war auch nicht so angenehm, weil da kamen auch bestimmte Ängste. Und dann habe ich einfach kurz aufgehört, das Mantra zu denken und habe einfach nur in meinen Körper da so ein bisschen gefühlt, also dem so eine liebevolle Aufmerksamkeit gegeben, so nach dem Motto: Jetzt tob dich da mal aus und schmeiß die Sachen raus.

Und dann habe ich da ein bisschen gesessen und dann wurde das leichter und dann ist das auch nie wiedergekommen.

Das „Körperfühlen“ gegen die Angst

Nella

Also nicht umgekehrt zu sagen: Ey, beruhig dich, beruhig dich, sondern tob dich aus.

Gottfried

Der Körper meldet sich und sagt Ich habe hier was. Und ich gebe ihm die Aufmerksamkeit, die er einfordert und bin einfach nur präsent bei ihm. Also das ist eine richtige Technik. Das nennen wir Körperfühlen, das heißt nicht versuchen, es wegzudrängen.

Wir haben ja so einen Mechanismus, wenn was schlimm wird, weg davon. Schmerzvermeidung, Lustgewinn, das ist unser unterbewusstes Programm. Der Trick ist nicht die Schmerzvermeidung vermeiden, weggehen, sondern quasi reingehen und einfach nur beobachten. Also nur liebevoll beobachten, wie so ein 3-jähriger in einem Sandkasten, der plötzlich in der Trotzphase mit Scheufelchen schmeißt. Da wird die Mutter auch nicht nervös, sondern sie ist einfach bei ihm. Und das machen wir mit unserem Körper. Wir sind einfach bei ihm und geben ihm Raum, sich zu befreien. Und dann tut er das und dann macht er das auch recht effektiv. Und dann geht man durch und ist frei davon.

Nella

Eine schöne Sache. Und damit hast du eben auch nicht diese Ängste, sondern weil du dich eben genau auf diesen Moment konzentrierst, das einfach so beobachtest.

Gottfried

Na, man muss ein bisschen wachsam sein, weil der Reflex ist: Will ich nicht spüren, ablenken. Genau das Gegenteil. Nee, nee, der Körper sagt dir was, geh rein.

Also das, was du auch vorhin mit dem Schmerz gesagt hast, nicht weg davon, Ibuprofen rein, sondern hin, aushalten, sich durchatmen sozusagen. Gefühle kommen ja nur in unser Leben, weil sie gefühlt werden wollen, sonst wären sie gar nicht da. Und wenn wir das Fühlen verweigern, dann sagt der Schmerz: Dann muss ich noch mal wiederkommen.

Nella

Das noch zur Erklärung. „Vorhin“ war im Vorgespräch, als ich das mit den Schmerzen gesagt hatte, da ging es um Knieprobleme. Das heißt, wer rastet, der rostet. Wenn man sich da nicht bewegt, dann wird das nicht geschmiert und deswegen muss man sich bewegen und muss da manchmal über den Schmerz hinausgehen. Das noch mal kurz zur Erklärung.

Das stimmt.

Und man hört ja auch immer, gerade von Psychologen, da müssen wir noch mal hingucken. Das ist ja auch immer so ein gern genommener Satz. Dem habe ich mich immer so ein bisschen verschlossen, weil ich gesagt habe: Nein, ich bin aber noch nicht bereit dafür. Und dann hat mir meine Psychoonkologin mal gesagt: Ja, dann ist das so, aber das wird wiederkommen. Und dann werden sie irgendwann bereit sein, da hinzugucken. Und das ist genau das, was du jetzt ja gerade beschreibst.

[41:30] – Frage: Kann der Meditation auch das Immunsystem stärken? Ist das so ein Tausendsassa?

Gottfried

Wenn das Immunsystem stark ist, dann ist der Körper ja in der sogenannten Homöostase, das heißt wirklich im Gleichgewicht. Immunsystem heißt, ich bin in der Lage, Fremdkörper oder Dinge, die nicht zu mir gehören, rechtzeitig rauszuwerfen. Und wenn das stark ist, bin ich in diesem Gleichgewichtszustand. Und das ist genau das, was Meditation eigentlich anstrebt, dieses innere Gleichgewicht auf allen Ebenen wiederherzustellen. Also Meditation ist Balance. Dass die Dinge wieder im Lot sind.

Nella

Das haben Menschen, die krank sind, nun gerade gar nicht. Also egal was es ist.

Gottfried

Ja, aber die Krankheit, ohne dass es wieder zu esoterisch werden soll, aber meistens ist das auch ein Signal des Körpers. Da hast du dich irgendwie nicht gut behandelt oder irgendetwas ist da jetzt im Ungleichgewicht und ich muss da ran und muss da jetzt was tun, um wieder dieses Gleichgewicht herzustellen. Also ich habe auch das Problem manchmal, dass wenn mir was Blödes passiert, jetzt wie dieser Bandscheibenvorfall, dass ich quasi ein Widerstand gegen meinen Körper spüre, so nach dem Motto: Was tust du mir wieder an?

Also das heißt, ich bin so quasi in diesem Modus, dass ich sage, hier bin ich und da ist dieser böse Körper. Das heißt, ich baue so eine innere Trennung auf, anstatt zu sagen: Okay, da ist was, was will mir das sagen? Worum geht es eigentlich? Wie kann ich wieder am besten in diese Homöostase zurückfinden? Und dieses Signal des Körpers einfach anzunehmen und ernst zu nehmen.

Nella

„Krankheiten sagen einem nicht immer etwas, manchmal ist es einfach nur Pech.“

Also bei solchen Sachen (Bandscheibenvorfall) bin ich ganz bei dir. Gerade dann, wenn man sich überstrapaziert.

Beim Thema Krebs bin ich da sehr zurückhaltend, was das angeht, weil ich denke, da gibt es noch ganz, ganz viele andere Faktoren, leider auch die Genetik, die da mit reinspielt und leider auch die Umwelt, die uns umgibt, was wir einatmen. Da spielen so viele Faktoren mit rein und deswegen bin ich da sehr, sehr vorsichtig.

Aber für viele andere Sachen (Erkrankungen) ist das durchaus so. Wir hatten ja am Anfang das Energiekonto, dass man wahnsinnig viel abbucht und dann irgendwann denkt ja klar, jetzt liege ich da und habe nicht nur einen kleinen Infekt, sondern es hat mich richtig gebrezelt. Oder ich bin eben gestürzt, weil ich so viel gearbeitet habe. Ich habe den Weg nicht mehr gesehen oder so, ich bin halt fahrig und dann passieren mir solche Sachen und dann vielleicht auch ein Unfall oder was weiß ich. Also da gehe ich absolut mit. Das wollte ich nur noch mal hier anmerken.

Gottfried

Nein, ich gebe dir recht, es gibt manchmal so Schicksalsschläge, da trifft dich was aus heiterem Himmel.

Nella

Ja, genau das ist dann manchmal, das sagte mir auch mal eine Ärztin, das ist dann halt leider die Kategorie „Pech gehabt“. „Da haben Sie beim Roulette leider auf die falsche Farbe gesetzt.“

[44:26] – Frage(n): Gibt es einen besonderen Tipp für Krebspatienten von dir? Und wie läuft das in deinem Institut?


Gibt es denn einen Hinweis von dir, dass du sagst, wenn man krebskrank ist oder das überwunden hat, gibt es einen Schwerpunkt, also da würde ich euch empfehlen, legt mal da den vorhin bemühten Fokus drauf? Oder sagst du, es ist eigentlich völlig egal in welcher Phase ich bin oder was mich jetzt dazu gebracht hat, darüber nachzudenken, zu meditieren, mach es nach diesem Ablauf: Ich mach’s morgens und abends 20 Minuten.

Vielleicht kannst du mal so ein paar Tipps geben, wie es denn zu laufen hätte.

Gottfried

Also ich. Ich würde sehr empfehlen und das kann jeder auch nach seinen eigenen Erfahrungen festmachen, dass er eben zweimal am Tag in einen Zustand geht, wo zu gut Deutsch ‚die Welt vollkommen in Ordnung ist‘. Also dieser innere Seinszustand ist, einfach diese innere Ganzheit. Wenn du die erfährst, die kannst du zwar nicht die ganze Zeit halten und die geht dann auch wieder weg, wenn du die Augen auf machst.

Aber, es ist eine ganz wohltuende Erfahrung, sich wieder mal in so einer inneren Harmonie mit allem zu befinden. Und diese Struktur oder dieses Ritual jeden Tag zu machen, ist unglaublich wertvoll. Und da würde ich für dich gar keinen Kompromiss machen und sagen, das kann man mal machen und mal nicht, sondern das könnte so ein täglicher Begleiter werden.

Nella

Und jetzt mal so ganz praxisbezogen. Ich nehme mir das jetzt vor. Ich sage okay, ich mach das, ich ziehe das durch. Ich habe für mich verstanden, es tut mir gut und es kann mir helfen. Und ich beschließe, jetzt damit anzufangen. Also, was ist der Rahmen (bei dir)?

Gottfried

Rein praktisch, wie das abläuft? Es gibt einen

Vier-Tageskurs, den ich mit ein paar Kollegen wir sind insgesamt vier Lehrer in unserem Lehrinstitut anbieten. Da macht man eine Sitzung. Meistens von Samstag bis Dienstag gehen die Kurse eine Einzelsitzung am Samstag mit dem Lehrer. Das heißt, da bekommt man ein ganz spezielles Mantra und dann die Technik gezeigt, wie man dieses Mantra innerlich anwendet. Dauert anderthalb Stunden und danach geht man nach Hause und macht schon mal abends und am nächsten Morgen 20 Minuten seine Meditation ganz allein, ohne fremde Hilfe. Und dann kommt man am Sonntagnachmittag um 15:00 Uhr meistens bis 16:30 Uhr, kommen alle zusammen, die das am Samstag einzeln gelernt haben. Das ist dann so ein Gruppentermin.

Da werden dann kleine Fehler korrigiert, Erfahrungen besprochen und weiteres Wissen gegeben. Und dann geht man wieder nach Hause, macht wieder zwei Meditation zu Hause, kommt dann am Montagabend und dann am Dienstagabend auch noch mal. Und nach vier Treffen anderthalb Stunden hat man erst mal hundertprozentig gelernt.

Danach gibt es für ein halbes Jahr so eine Art individuelle Begleitung, weil es ganz oft so ist, dass die Meditation so einiges bringt an Erfahrungen, die einem vielleicht ungewöhnlich sind. Und das ist immer ganz gut, dass man einen Lehrer hat, der das so ein bisschen einordnen kann, mit dem man sich auch manchmal trifft. Diese individuelle Begleitung ist so, dass ich die meisten einmal im Monat treffe oder manche auch öfter und mit manchen telefoniere ich auch. Also das ist so eine Art Support, den jeder für sich entscheiden kann, wie er das gerne wahrnehmen möchte.

Wenn man das zwei, drei Monate gemacht hat, dann gibt es ein sehr schönes Retreat, einen Wochenendkurs in einer Meditationsakademie. Und die ist nicht in Berlin, die ist bei Erfurt. Und das ist auch eine relativ kleine Gruppe, maximal zehn Personen. Und da ist man dann von Freitagabend bis Sonntag 12:00 in dieser Akademie. Und da meditiert man dann viermal am Tag statt zweimal und lernt noch ein paar leichte Yoga und Pranayama Atemübungen dazu zum Stabilisieren, geht früh schlafen, schönes vegetarisches Essen und kriegt schon mal so ein Gefühl, wie das ist, wenn diese innere Stille nicht nur in der Meditation erfahren wird, sondern während des ganzen Tages erhalten bleibt.

Man kriegt so ein bisschen einen Ausblick auf das Ziel der Reise auf diesem Wochenendkurs und das Ganze ist der TM-Kurs. Also vier Tage lernen, ein halbes Jahr Begleitung und ein Wochenende Kurs in einer Akademie. Das macht man aber wie gesagt erst zwei drei Monate später, weil man sich dann auf dieser Ebene, dieser Stille schon etwas länger aufhalten kann. Also man muss das erst mal so entwickeln, dieses Transzendieren.

Nella

Wenn ich das jetzt aber nicht kann, wenn ich da jetzt nicht teilnehmen kann, weil ich durch meine Krankheit geschwächt bin, gibt es dann so leichte Übungen, die ich machen könnte. Du hast es auf deiner Seite auch so schön vorgestellt schon das ist so kleine leichte Übung. Vier zu zwei Übungen morgens abends, wo ich das vielleicht schon mal anfangen kann, ohne jetzt das große Rad zu drehen. Lässt dir da ein bisschen in die Karten gucken?

Gottfried

Mit den zwei leichten Übungen morgens und abends ist eigentlich die Meditation gemeint, die 20 Minuten Meditation. Und das kann ich leider nicht vorwegnehmen, weil man dazu die Technik ja auch können muss. Aber was man auf jeden Fall machen kann. Es gibt eine ganz schöne kleine Atemübung, die sehr leicht ist, die das vegetative Nervensystem sofort beruhigt. Und das können wir zusammen. Also nimm mal deinen rechten Arm, deine rechte Hand und Mittelfinger zusammen, also Ring- und Mittelfinger und halte über Kreuz das linke Nasenloch zu. So, jetzt atme rechts ein. Halt rechts zu und atme links aus. Atme langsam wieder ein. Atme rechts aus. Durch dasselbe wieder ein. Wechseln Links aus.  …

Und jetzt kann man das in seinem eigenen Rhythmus machen, ohne den Atem zu forcieren. Man kann auch die Augen schließen und das sollte man fünf Minuten machen.

Nella

Das hat schon sehr gutgetan. Kann ich wirklich empfehlen. Ihr habt uns jetzt beim Atmen zugehört. Auch sehr lustig. Aber das hat wirklich einen sehr, sehr beruhigenden Effekt. Das kann ich jetzt schon bestätigen. Sehr angenehm.

Gottfried

Also, das ist das sogenannte Pranayama. Also Prana heißt Atem und Yama ist Praxis, also die Atempraxis, Pranayama. Und das macht man fünf Minuten. Und das macht man vor der Meditation, weil dadurch der Körper schon mal das vegetative Nervensystem zur Ruhe kommt. Und dann geht es noch richtig tief.

[51:49] – Frage: Was kostet ein Meditationskurs bei Gottfried Vollmer? Und wo kann ich mich sonst noch informieren?

 
Nella

Ich denke, so ein bisschen ist klar geworden oder nicht nur ein bisschen, da ist schon ganz schön viel Power, die in so einer Meditation steckt. Jetzt mal ganz konkret gefragt, wenn ich diese Reise mit dir machen möchte, ist das was, wo ich sage, okay – wir waren ja eben bei dem Konto –

ist es was, was mein Konto sehr strapaziert, oder gibt es Möglichkeiten, sich das vielleicht über einen Arzt rezeptieren zu lassen? Oder was gibt es dafür Möglichkeiten?

Gottfried

Das gesamte Paket mit den „Vier-Tage-Kurs“, das halbe Jahr Begleitung und der komplette Wochenendkurs in der Akademie kostet 1.000 € alles zusammen plus Mehrwertsteuer. Es gibt aber auch die Möglichkeit der Ratenzahlung. Also wir arbeiten mit einem medizinischen Unternehmen zusammen, das nennt sich „Medipay“. Das ist für Leute, die gerade zum Beispiel eine teure OP oder so was machen müssen und das Geld nicht haben. Dann schießt Medipay im Krankenhaus, das vor und man zahlt das dann in Raten an Medipay zurück. Das kann man (auch für dem Kurs) machen. Da kann man dann auch selber bestimmen, wie groß die Rate sein soll. Und dann gibt es auch einen Fall. Wenn jemand sehr, sehr wenig Geld hat, also Grundsicherung oder irgendwas in der Art, dann gibt es also ein Stipendium bis zu 50 %.

 
Nella

Okay, also das war mir noch mal wichtig. Nicht, dass ihr jetzt denkt: Oh mein Gott, wie geht das denn? Ja, wie kann ich das denn machen (finanzieren)? Ansonsten hast du einen Tipp, wenn man sich selber mit der Transzendentalen Meditation vertraut machen will, gibt es irgendwas, was ich lesen könnte? Aber wahrscheinlich ist das schwierig, oder?

Gottfried

Na, es gibt eine eigene Website, die heißt Meditation.de. Und da gibt es dann auch Links zu ganz vielen wissenschaftlichen Untersuchungen, also gegen Bronchial, Asthma und Schlaflosigkeit, also Herz Kreislauf Geschichten und so. Und da gibt es auch Testimonials von vielen Leuten, die das machen. Es gibt ja 10 Millionen Menschen auf der Welt, die das machen, so klein ist das ja gar nicht. Da kann man unendlich stöbern. Oder auch mal David Lynch Foundation, davidlynch.org auch da mal reinschauen mit diesem internationalen, großen, tollen Projekt. Also da sollte man einfach mal in Ruhe rumstöbern und sich Informationen holen, was einen interessiert und dann kann man sich jederzeit bei mir melden.

[54:30] – Frage: Gibt es bei der derzeitigen „Weltkrisenlage“ mehr Menschen, die sich für die Mediation interessieren?

 
Nella

Ich verlinke euch das natürlich alles unter den Zeitverläufen, also in den sogenannten Shownotes, das ist ja mal klar.

Eine Sache war noch gerade bei mir so hochgekommen. Ist es denn so, dass die jetzige Situation, die wir jetzt alle haben, mit der Ukraine, also das, was uns jetzt alles so beutelt, die ganzen Bedrohungen drumherum, Gaspreise und Inflation und was nicht alles. Ist es denn so, dass du festgestellt hast: Ach Mensch, jetzt im Moment ist eine ziemlich große Nachfrage und viele stürzen sich quasi auf das Meditationsthema?

Gottfried

Es gibt einen leichten Anstieg, aber nicht dramatisch, weil es letztendlich immer eine sehr individuelle Geschichte ist. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass ist immer so ganz bestimmten Zeitpunkt gibt, wo jemand zur Meditation findet.

Ich habe auch mal jemand eingeführt in Meditation, der sehr begeistert war und sagte ja, muss ich unbedingt lernen. Und dann hat er auch in den ersten vier Tagen schon recht subtile Erfahrungen und so. So ein richtiger Überflieger. Dann dachte ich aber, eigentlich ist er noch gar nicht richtig da und dann hat er auch ein paar Wochen später aufgehört. Und dann, also zwei Jahre später, kam auf einmal wieder. Man kann das ja jederzeit wieder auffrischen, wenn man mal aus dem Rhythmus gekommen ist und sagte, er hätte das Gefühl, dass er jetzt, glaube ich, verstanden hat, worum es geht und dass er das jetzt wirklich bräuchte. Und dann hat er es auch richtig durchgezogen.

Und genau so ist es auch ein Zeitpunkt, wenn jemand gerade eine Krise durchlebt oder auch auf der körperlichen Ebene irgendetwas Schlimmes erlebt, wo er sagt: Ich muss unbedingt was für meinen Seelenhaushalt tun.

Dass das dann so ein Punkt ist, wo die Leute auch bereit sind, das zu machen. Im Grunde genommen ist es ja gar nichts Dramatisches. Meditation war in den alten Kulturen ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Sich mit seiner inneren Quelle zu verbinden, war erste Priorität. Und dann kam alles andere, was man im Außen gemacht hat. Und dieser Zugang zu unserer inneren Quelle, das ist das, was verloren gegangen ist. Wir sind immer nur im Außen unterwegs und insofern ist es das Natürlichste der Welt, zu meditieren. Das ist eigentlich ein Teil unseres gesunden Lebens, wenn man so will.

Nella

Ich fasse zusammen Meditation ist kein Trend. Da ist nichts Hippes, was man dann deswegen macht. Aus dieser Intention heraus, sondern es muss von dir kommen. Und was wir eingangs auch hatten, es muss so eine Art Auslöser geben, wo man sagt: Nein, also ich muss da mal, ich muss zur Ruhe kommen, sonst packe ich das nicht. Sonst komme ich mit einer bestimmten Situation einfach nicht klar. Und ein Trend ist es dann, wenn das vielleicht mehrere machen, aber das sollte wirklich nicht der Impuls sein, der einen dazu zu bringt. Habe ich verstanden.

Ich danke dir recht herzlich. Ich glaube da können jetzt viele etwas für sich mitnehmen und überlegen, wie sie sich jetzt dieses Themas annähern. Viel innere Ruhe und Kraft, das wünschen wir uns ja alle immer. Also vor allen Dingen Kraft und Energie, und dass die aus der inneren Ruhe kommt, das haben wir jetzt gelernt. Wie auch immer du jetzt deine erste Meditationseinheit gestaltest, das ist natürlich up to you.

Du kannst dich gerne an Gottfried Vollmer wenden oder die entsprechenden Links schon mal angucken und vor allen Dingen Pranayama, also diese Atemtechniken ausprobieren. Und ein bisschen Zeit für sich zu nehmen, das kann ja jeder mal machen, ob er da jetzt meditiert oder nicht oder was auch immer und auf jeden Fall sich mal rauszieht und wirklich diese Zeit für sich nutzt, atmet, Ruhe hat. Einfach mal runterkommen. Das kann man auch so machen. Aber diese transzendentale Ebene finde ich sehr, sehr spannend. Also da werde ich mich noch sehr, sehr viel mehr mit beschäftigen. Das verspreche ich (mir) hoch und heilig.

Mein lieber Gottfried, es war mir ein Fest. Es war so schön, dich wieder hier zu haben und auch mal real einen Gesprächspartner hier zu haben und nicht immer nur über Zoom, es ist wirklich langsam etwas lästig geworden.

Passt gut auf euch auf, ihr Lieben da draußen. Wir verabschieden uns für heute, wir beide und wünschen euch eine entspannte Zeit. Macht’s gut, ihr Lieben.

 

Zu meinem Gast Gottfried Vollmer: 

Die Webseite von Gottfried Vollmer: Gottfried Vollmer – Schauspieler, Coach und Meditationslehrer

Sein Lehrinstitut für Transzendentale Meditation findest du hier: Gottfried Vollmer – Seminar – Runterkommen

Die Termine zu den kostenlosen Infoabenden findest du immer hier: Lernen Sie Transzendentale Meditation in Berlin

Außerdem :

Vedanta Vedanta – Wikipedia

Transzendentale Meditation (Webseite): Transzendentale Meditation – Einfach, natürlich, wirksam

David Lynch David Lynch Foundation | Transzendentale Meditation

Pranayama Atemübung (Video): Pranayama Atmung bei Angst | Entspannung & innere Balance – Bing video – Ab Minute 8:16 siehst du, wie die Atmung mit Unterstützung der Hand funktioniert.

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